Leistungsspektrum

Immunfluoreszenz-Untersuchungen

Mit der Immunfluoreszenztechnik werden Antigene, Antikörper, Komplementfaktoren oder Fibrin mit Hilfe spezifisch bindender fluoreszenzmarkierter Antikörper mikroskopisch sichtbar gemacht. Man unterscheidet die direkte von der indirekten Immunfluoreszenz. Für die direkte Immunfluoreszenz werden von unfixiertem, gefrorenem Hautgewebe Kryostatschnitte angefertigt. Die Biopsieentnahmestelle hängt von der jeweiligen Fragestellung ab. Bei blasenbildenden Erkrankungen sollte gesund erscheinende Haut in unmittelbarer Umgebung einer frischen Blase (periläsionale Haut) biopsiert werden. Die Übersendung des kleinen Gewebsbiopsates erfolgt in einem geeigneten Transport­edium, welches kurzfristig von uns zur Verfügung gestellt werden kann. Der Nachweis im Serum zirkulierender Antikörper erfolgt mit der Indirekten Immunfluoreszenz, wobei je nach Fragestellung verschiedene Substrate verwendet werden (humane Spalthaut, Affenösophagus, Übergangsepithel der Harnblase). Ergänzend können zum Nachweis von Serumautoantikörpern auch verschiedene sensitive ELISA- bzw. Immunoblotverfahren ergänzt werden. Bei entsprechenden Fragestellungen genügt in der Regel die Einsendung eines Serumblutröhrchens. Die hier beschriebenen Untersuchungen erfolgen zusammen mit dem Immunfluoreszenzlabor der Universitätshautklinik Lübeck.

Historischer Rückblick:
Bereits 1941 wurden fluoreszenzmarkierte Antikörper zur Identifikation von Bakterien erstmals eingesetzt. Zirka 1960 kam es dann zur Anwendung dieser Technik in der Dermatologie. Es konnte gezeigt werden, dass sich bei Patienten mit Pemphigus sowohl in der Haut als auch im Serum Autoantikörper nachweisen lassen. Auch heute noch ist die immunfluoreszenzoptische Untersuchung für die Diagnostik blasenbildender Hauterkrankungen von großer Bedeutung. Bei anderen Erkrankungen wie dem Lupus erythematodes, der leukocytoklastischen Vaskulitis und dem Lichen ruber planus stellt die Immunfluoreszenzuntersuchung einen Baustein bei der Diagnosefindung dar.